
Bei älteren Hunden kann sich die Hüftdysplasie subtil äußern: keine Schmerzensschreie, aber klare Botschaften, wenn man sie zu lesen weiß. Ein ungewöhnlicher Gang, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder das Vermeiden von Spiel können die ersten Hinweise sein, dass etwas mit den Gelenken nicht stimmt.
Bei jungen Hunden (4–12 Monate) treten die Anzeichen meist intermittierend auf: Lahmheit nach Bewegung, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder ein „hoppelnder“ Gang mit beiden Hintergliedmaßen. Bei erwachsenen Tieren verursacht chronischer Schmerz Muskelschwund, Bewegungsunlust und Verhaltensänderungen.
Bei Katzen bleibt die Hüftdysplasie noch unauffälliger. Manche zeigen leichte Lahmheit, häufiger jedoch Steifigkeit beim Aufstehen und eine reduzierte Aktivität.
Es gibt bestimmte klinische Symptome, die – auch wenn sie zunächst subtil wirken – auf ein ernstes Gelenkproblem hinweisen können und nicht ignoriert werden sollten:
• Intermittierende Lahmheit, besonders nach Bewegung oder längeren Ruhephasen.
• Typisches „Hüftwackeln“ beim Gehen – ein Gang wie auf dem Laufsteg, aber weniger glamourös.
• Gekrümmte Haltung oder eng zusammenstehende Hinterbeine als Schmerzkompensation.
• Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder ins Auto springen, besonders bei großen oder älteren Hunden.
• Verlust der Muskelmasse in der Hinterhand durch verminderte Aktivität.
• Verhaltensänderungen: Reizbarkeit, Vermeidung von Kontakt oder Rückzug.
Diese Anzeichen werden oft mit dem Glauben verwechselt, dass das Tier „einfach alt wird“. Doch in vielen Fällen sind es Symptome chronischer Schmerzen. Normalisieren Sie sie nicht! Eine tierärztliche Untersuchung kann entscheidend für die Lebensqualität sein.
👉 Bei einem dieser Symptome: warten Sie nicht! Vereinbaren Sie eine komplette orthopädische Untersuchung.
Orthopädische Untersuchung: wie wir das Gelenk beurteilen
Während der Konsultation führen wir eine vollständige orthopädische Palpation durch, um Schmerz, Bewegungsumfang und Stabilität zu beurteilen.
• Bei Welpen erlaubt der Ortolani-Test, durch Druck- und Rotationsmanöver eine Subluxation zu provozieren und Gelenklaxität zu erkennen.
• Bei erwachsenen Tieren beobachten wir Steifigkeit, Widerstand gegen Streckung oder Funktionsverlust.
• Bei Katzen erfolgt die Untersuchung subtiler, wobei indirekte Anzeichen wie verminderte Sprungkraft oder Schmerz bei forcierter Extension beobachtet werden.
Die zuverlässigste Methode zur Bestätigung einer Dysplasie ist die Röntgenaufnahme unter Sedation, die eine korrekte Lagerung und detailgetreue Darstellung ohne muskuläre Interferenzen ermöglicht. Bewertet werden:
• Gelenkkongruenz: Passgenauigkeit von Femurkopf und Acetabulum.
• Acetabulumüberdeckung: wie viel des Femurkopfes vom Acetabulum bedeckt ist.
• Gelenklaxität: Tendenz zur Subluxation.
• Degenerative Veränderungen: Osteophyten, subchondrale Sklerose, Acetabulumremodellierung.
Referenz ist die ventrodorsale Röntgenaufnahme mit ausgestreckten Gliedmaßen.
In manchen Fällen ergänzen CT oder MRT die Diagnose.
Die funktionelle Beurteilung (Gangbild, alltägliche Bewegungen) liefert entscheidende Informationen, um Bildgebung und Symptomatik zu korrelieren.