
Arthrose ist keine unvermeidliche Folge des Alterns. Chronische Gelenkschmerzen bei Hunden und Katzen äußern sich selten durch Jaulen oder Winseln. Viel häufiger zeigen sie sich durch feine Veränderungen im Verhalten, in der Beweglichkeit und in der Stimmung.
Das frühzeitige Erkennen dieser Anzeichen und ein ganzheitlicher therapeutischer Ansatz können den Unterschied ausmachen zwischen einem eingeschränkten Alter und einer aktiven, glücklichen Lebensphase.
Auch wenn Arthrose nicht heilbar ist, steht uns heute ein ganzes therapeutisches Arsenal aus medizinischen und nutrazeutischen Mitteln zur Verfügung, mit denen sich Schmerzen lindern, Beweglichkeit verbessern und die Lebensqualität unserer älteren Tiere deutlich steigern lassen.
Bei Eurovet wenden wir daher einen multimodalen Ansatz an – also eine Kombination verschiedener Strategien, die das Problem aus mehreren Blickwinkeln gleichzeitig angehen, um es effektiv zu kontrollieren.
Arthrose ist eine progressiv-degenerative Erkrankung des Gelenkknorpels, die Hunde und Katzen betrifft, insbesondere ab einem Alter von etwa 7–8 Jahren. In der Veterinärmedizin sprechen wir von einer degenerativen Osteoarthrose, die durch Verlust an Elastizität, Entzündung und Bildung von Osteophyten (kleinen knöchernen Auswüchsen) gekennzeichnet ist.
Die Symptome sind nicht immer offensichtlich: Katzen werden zögerlicher beim Springen oder Putzen, während Hunde Treppen meiden oder nach Ruhephasen steif wirken. Viele Tierhalter denken, dass dies „normal im Alter“ sei, obwohl es sich in Wirklichkeit um einen schmerzhaften Prozess handelt, der gut behandelbar ist.
Arzneimittel: Die Linderung beginnt hier
Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs) bleiben der Grundpfeiler der Behandlung chronischer Gelenkschmerzen. Wirkstoffe wie Robenacoxib bei Katzen oder Firocoxib bei Hunden bieten hohe Wirksamkeit und ein gutes Sicherheitsprofil, wenn sie mit klinischem Sachverstand und regelmäßigen Blutkontrollen eingesetzt werden.
Bei Hunden kann auch Mavacoxib verwendet werden – ein Wirkstoff, der nach der zweiten Gabe nur einmal monatlich verabreicht wird. Er ermöglicht eine tiefere Schmerz¬kontrolle, ist praktisch in der Anwendung und kosteneffizient.
Bei Eurovet bevorzugen wir Coxib-Antiphlogistika, da sie gezielter auf das Enzym Cyclooxygenase-2 (Cox-2) wirken.
Da sie nicht mit der Cox-1 interferieren, wird das Risiko typischer Nebenwirkungen – wie Magen¬geschwüre oder Nierenschäden – deutlich reduziert.
Die Kombination verschiedener Analgetika ist in der Veterinärmedizin eine sehr wertvolle Strategie, um eine multimodale Schmerz¬kontrolle zu erreichen.
Eines der wichtigsten Medikamente dabei ist Gabapentin, das sich durch seine Wirksamkeit bei neuropathischen Schmerzen auszeichnet. Es wirkt über Kalziumkanäle im Nervensystem und moduliert die Weiterleitung von Schmerzsignalen.
Ein weiteres Medikament, das manchmal eingesetzt wird, ist Tramadol, ein zentral wirkendes Opioid aus der Morphinreihe.
Sein Einsatz in der Tiermedizin bleibt jedoch umstritten, da die orale Bioverfügbarkeit bei Hunden und Katzen niedrig und variabel ist, was die klinische Wirksamkeit einschränken kann.
Ein drittes Mittel, das in Fällen therapieresistenter chronischer Schmerzen hinzugefügt werden kann, ist Amantadin, ein NMDA-Rezeptor-Antagonist. Es hilft, die sogenannte zentrale Sensibilisierung zu bekämpfen – ein Phänomen, bei dem das Nervensystem überempfindlich wird und Schmerzsignale verstärkt wahrnimmt. Dadurch kann es ein nützlicher Zusatz sein, wenn konventionelle Behandlungen nicht ausreichen.
Dank dieser Kombination unterschiedlicher Wirkmechanismen ermöglicht die multimodale Analgesie, die Dosis jedes einzelnen Medikaments zu senken, wodurch Nebenwirkungen reduziert und das Wohlbefinden des Patienten verbessert werden.
In der Eurovet-Klinik wird jedes Protokoll individuell angepasst, wobei immer Alter, Nieren- und Leberfunktion sowie die klinische Reaktion im Therapieverlauf berücksichtigt werden.