
Sie bringt Einschränkungen, Frustration und einen fortschreitenden Verlust an Lebensqualität mit sich. Wenn ein Hund zweimal überlegt, bevor er ins Auto springt, oder eine Katze ihre Lieblingsplätze auf den Regalen aufgibt, handelt es sich nicht um ein bloßes „würdevolles Altern“, sondern um eine degenerative Gelenkerkrankung. Und obwohl nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs) oder Chondroprotektiva im Rampenlicht stehen, ist die Ernährung jener stille Nebendarsteller, der – richtig gewählt – die ganze Handlung verändern kann.
Wissenschaftliche Evidenz in der Veterinärmedizin zeigt, dass bestimmte Nährstoffe nicht nur nähren, sondern direkt in die entzündlichen und degenerativen Prozesse der Osteoarthritis eingreifen. Anders gesagt: Was wir in den Napf geben, kann den Unterschied zwischen einem schmerzhaften Spaziergang und einem vitalen Ausflug machen.
Stellen wir uns einen übergewichtigen Hund vor: jedes zusätzliche Kilo ist nicht nur ein Kilo mehr auf der Waage, sondern bis zu vier Kilo Mehrbelastung pro Gelenk bei jedem Schritt. Das Ergebnis: Übergewicht wirkt wie ein Presslufthammer auf Knie und Hüften. Bei Katzen verschärft sich das Problem noch: Fettleibigkeit verstärkt nicht nur die Arthrose, sondern erschwert auch jede Behandlung durch begleitende Stoffwechselrisiken.
Außerdem ist das Fettgewebe kein „träges Speicherorgan“, sondern ein aktives endokrines Organ. Es produziert Adipokine und proinflammatorische Zytokine, Moleküle, die im Körper zirkulieren und den Schmerz sowie die Gelenkentzündung verstärken. Mit anderen Worten: Fettleibigkeit belastet nicht nur, sie entzündet auch von innen.
Deshalb sind viele Diäten bei Arthrose kalorienarm, aber zugleich sehr sättigend – dank funktioneller Fasern wie Rübenschnitzel oder Zellulose. So haben die Tiere das Gefühl, genug zu fressen, nehmen aber weniger Kalorien auf. Bei Katzen muss die Gewichtsreduktion schrittweise und stets unter tierärztlicher Aufsicht erfolgen, da ein zu schneller Verlust eine hepatische Lipidose auslösen kann, eine potenziell schwere Komplikation.
Bei fortgeschrittener Arthrose empfiehlt man, die Tiere bis zu 10 % unter ihrem Idealgewicht zu halten, da diese zusätzliche Reduktion die Gelenkbelastung deutlich senkt und die Beweglichkeit verbessert.
Eine angepasste Ernährung kann den Bedarf an Antiphlogistika bei Hunden mit moderater Arthrose um bis zu 25 % senken.
Kommerzielle Diätfuttermittel sind zweifellos die sicherste und praktischste Wahl. Sie sind nicht nur „Spezialfutter“ – sie sind ein echtes therapeutisches Werkzeug, das die Lebensqualität verbessert. Diese Produkte wurden nach kontrollierten klinischen Studien entwickelt und garantieren sowohl die Qualität der Zutaten als auch ihre Bioverfügbarkeit. Zudem bieten sie das exakte Gleichgewicht an funktionellen Nährstoffen ohne Risiko von Defiziten oder Überschüssen.
In der Klinik Eurovet wissen wir, dass Ernährung eine zentrale Säule im Management der Arthrose darstellt. Deshalb haben wir die wirksamsten Diätfuttermittel sorgfältig ausgewählt, um unsere Patienten mit Gelenkproblemen zu unterstützen.
Unsere Hauptreferenz ist das Virbac Joint & Mobility (Virbac J), ein speziell für Hunde mit Arthrose formuliertes Futter. Es enthält einen hohen Gehalt an EPA und DHA (langkettige Omega-3-Fettsäuren), die die Gelenkentzündung reduzieren, sowie hydrolysiertes Kollagen zur Förderung der Knorpelregeneration und Chondroprotektiva wie Glucosamin und Chondroitin. Sein Gleichgewicht an hochwertigen Proteinen trägt zum Erhalt der Muskelmasse bei, während der moderate Kaloriengehalt Übergewicht verhindert – ein Schlüsselfaktor bei der Krankheitskontrolle. Diese Kombination macht es zu einem sehr vollständigen, wirksamen und sicheren Futter, das wir bei Eurovet als Referenzdiät einsetzen.
Als Alternative auf Bestellung empfehlen wir auch das Metabolic + Mobility j/d von Hill’s, das Gewichtskontrolle und Gelenkunterstützung kombiniert – besonders nützlich bei Tieren mit Arthrose und Adipositas.
Kurz gesagt: Sowohl Virbac J als auch Hill’s j/d sind wissenschaftlich gestützt, aber wir haben Virbac J als unsere erste Wahl gewählt – wegen seiner ausgewogenen Zusammensetzung, der hervorragenden Verdauungsverträglichkeit und der sichtbaren Verbesserung der Mobilität unserer Patienten.
Und was ist mit Hausmannskost? Auch möglich, aber nur unter Aufsicht eines tierärztlichen Ernährungsberaters. Während ein Diätfutter standardisierte Rezeptur und klinische Evidenz bietet, kann eine unausgewogene Hausmannskost die systemische Entzündung verschlimmern. Die größte Gefahr hausgemachter Rezepte ist das Ungleichgewicht: zu viel Phosphor, zu wenig Kalzium, Mangel an fettlöslichen Vitaminen oder Spurenelementen. Wenn korrekt formuliert, kann es eine valide Alternative sein, erfordert jedoch engmaschige Kontrollen mit Analysen und regelmäßige Anpassungen.